Stephan Schleiss
«Grüezi und willkommen!
Die gute Schule:
• bildet Kopf, Herz und Hand.
• kommuniziert verständlich.
• ist kritikfähig.
• verbindet Leistung und Lebensfreude.
Für diese Schule setze ich mich ein.»
Über Stephan Schleiss
Stephan Schleiss, geboren 1972, aus Steinhausen, wurde 2011 in den Zuger Regierungsrat gewählt, wo er seither der Bildungsdirektion vorsteht. Zuvor war er als Vizedirektor in der Risikoüberwachung bei einer Bank tätig. Sein Studium in Wirtschaftswissenschaften (lic. oec. publ.) absolvierte er an der Universität Zürich.
Seine Hobbys sind Lesen, Velo, Kino, Geselligkeit, Jagd.
- Vorsteher der Direktion für Bildung und Kultur
- Regierungsrat seit Januar 2011
- Stellvertreter: Florian Weber
- Partei: SVP
- Geburtsdatum: 26. Dezember 1972
- Wohnort: Steinhausen
- Bürgerort: Engelberg OW
- lic. oec. publ.
- Diözesankonferenz des Bistums Basel, Mitglied
- Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK), Mitglied des Vorstands
- Schweizerische Hochschulkonferenz (SHK), Mitglied des Hochschulrats
- Interkantonale Lehrmittelzentrale (ILZ), Mitglied
- Konferenz der Vereinbarungskantone des Kulturlastenausgleichs, Mitglied
- Bildungsdirektorenkonferenz Zentralschweiz (BKZ), Präsident
- Innerschweizer Kulturstiftung, Stiftungsrat
- Hochschulrat der Pädagogischen Hochschule Zug, Präsident
- Bildungsrat, Präsident
- Schulkommission der Mittelschulen im Kanton Zug, Präsident
- Kommission zur Förderung des kulturellen Lebens, Präsident
- Stiftung Alimentarium, Vevey, Vizepräsident
- Stiftung Villette, Vizepräsident
- Schweizerische Stiftung zur Erhaltung der Hohlen Gasse, Vizepräsident
- Stiftung für junge Auslandschweizer, Sektion Zug, Präsident
- Präsidium Kolina Tugiensis, Mitglied
- SVP Schweiz, Delegierter
- SVP Steinhausen, Mitglied des Vorstands
- SVP des Freistaats und Kantons Zug, Mitglied der erweiterten Parteileitung
- 2001–2010: Vizedirektor in der Risikoüberwachung
(Market Risk Control) bei der Bank Vontobel in Zürich - 1992–2001: Studium Wirtschaftswissenschaften an der Universität Zürich, Abschluss lic. oec. publ. (Schwerpunkt Banking & Finance)
- Kantonsschule Zug, Typus C
- 2004–2010: Mitglied des Kantonsrats
- 2008–2010: Präsident SVP Kanton Zug
- 2004–2008: Präsident SVP Steinhausen
Stephan Schleiss
Regierungsrat
6301 Zug
Beiträge von Stephan Schleiss
Als Bildungs- und Kulturdirektor darf Regierungsrat Stephan Schleiss regelmässig vor Publikum auftreten. Ab und zu sind auch Vorwörter oder andere schriftliche Beiträge gefragt. An dieser Stelle werden aktuelle Texte zugänglich gemacht. Für alle, die etwas nachlesen oder neu lesen wollen. Im Falle von Auftritten gilt immer das gesprochene Wort.
Maturafeiern an den Kantonsschulen Menzingen und Zug 2026, Rede Regierungsrat Stephan Schleiss
Es gilt das gesprochene Wort.
Liebe Maturandinnen und Maturanden… Sie stehen ja kurz vor Ihrem Studium… und eine gute Maturarede ist auch ein bisschen wie ein Studium:
Man fängt motiviert an, zwischendurch muss man aufpassen, dass man den Faden nicht verliert – und gegen den Schluss sind alle froh, wenn es dann auch einmal fertig ist.
Ich setze alles daran, den Faden nicht zu verlieren…
Sehr geehrte Frau Rektorin
Sehr geehrte Mitglieder der Schulleitung
Sehr geehrtes Kollegium
Sehr geehrte Eltern, Verwandte, Freunde und Bekannte
… und vor allem natürlich: Liebe Maturandinnen und Maturanden!
An die Rede des damaligen Zuger Bildungsdirektors, Walter Suter sel., an meiner Maturafeier kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Aber er war da, das weiss ich noch – und er hat uns gratuliert.
Heute bin ich selbst Bildungsdirektor… und ich mache mir nichts vor … aber es ist mir wichtig, liebe Maturandinnen und Maturanden, Ihnen heute persönlich zu gratulieren.
Dabei darf ich die ganze Zuger Regierung vertreten.
Der gesamt Zuger Regierungsrat grüsst Sie sehr herzlich und gratuliert Ihnen zur bestandenen Matura.
Das ist keine Floskel. Der Regierungsrat ist fast so stolz auf Sie wie Ihre Eltern. Deshalb bin ich heute hier – und ich bedanke mich ganz herzlich für die Einladung.
Und der Regierungsrat bedankt sich auch bei Ihnen, liebe Eltern, für die Fürsorge und Unterstützung Ihrer Töchter und Söhne.
Der Regierungsrat bedankt sich auch Ihnen, liebe Lehrerinnen und Lehrern und bei der Schulleitung und bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schule.
Vielen herzlichen Dank Ihnen allen!
Ich erwähnte bereits, dass ich mich nicht mehr an die Rede des Bildungsdirektors erinnern kann, aber ich kann mich noch sehr gut an meine Maturalektüre im Fach Französisch erinnern.
Vielleicht geht es einigen unter Ihnen auch so?!
Bei mir war das «Der Planet der Affen». Oder eben: «La Planète des singes»
Der Roman wurde tatsächlich von einem Franzosen geschrieben – und stammt nicht aus der Hollywood-Küche. Das waren dann erst später die Filme.
Der Roman ist von Pierre Boulle von 1963: «La Planète des singes» – und das war also meine Maturalektüre.
Das Buch endet damit, dass dem Astronauten Ulysse Mérou und seiner Frau Nova die Flucht vom Planet der Affen gelingt.
Ihr Raumschiff landet dann in Paris, ganz in der Nähe des Eiffelturms.
So endet dieses Buch und diese Geschichte: In Paris beim Eiffelturm.
Oder in meinem Fall vielleicht besser: So hätte die Geschichte geendet.
Mein Plan für die Lektüre von «La Planéte des singes» war eigentlich perfekt.
Oder besser gesagt: unser Plan war perfekt.
Alleine ist man ja selten in guter Gesellschaft. Ja, das haben wir uns auch gedacht, mein Kollege und ich: Eine Französischlektüre geht zu zweit ganz sicher besser.
Also haben wir beschlossen, nur ein Buch zu kaufen und dieses dann gemeinsam zu lesen. Er die erste Hälfte – und ich die zweite. Als C-Maturanden waren wir beim Aufteilen mathematisch exakt: Die Hälfte wurde auf die Seite genau ermittelt, mitten im Kapitel.
Dazu die feierliche Abmachung, dass jeder seinen Teil für den anderen zusammenfassen würde.
Leider geriet unser Projekt rasch in Verzug. Mein Kollege brauchte viel zu lange für den ersten Teil. Er streitet das zwar bis heute ab. Aber es war genau so: Ich habe das Buch viel zu spät bekommen.
Und so kam es, wie es kommen musste: Ich brauchte einen Plan B.
Nun gab es vor 34 Jahren aber noch kein Internet und schon gar keine KI, die mir jetzt schnell hätte helfen können.
Aber es gab Filme – und an der Kanti eine nette kleine Videothek mit Fernsehgeräten, auf denen man die Filme gleich vor Ort schauen konnte.
Zum guten Glück gab es in dieser pädagogisch wertvoll assortierten Videothek auch den Film «Planet der Affen» von 1968, basierend auf dem Roman von Pierre Boulle…
Aber eben: nur basierend.
Am Schluss des Films landet das Astronauten-Paar nämlich nicht beim Eiffelturm – wie im Buch –, sondern die beiden landen in New York neben den Überresten der Freiheitsstatue.
Und dieses kleine, eigentlich vernachlässigbare kultur-geographische Detail ist mir dann prompt zum Verhängnis geworden.
La statue de la Liberté… auf diese Übersetzungskunst war ich damals richtig stolz.
Und mit eben dieser statue de la Liberté hatte ich mich natürlich krachend verraten, zumal ich auch auf mehrfaches, durchaus freundliches Nachfragen meiner Französischlehrerin bei der amerikanischen Variante blieb.
En bref : La professeuse de français n'était pas contente… et l'expert non plus.
Liebe Maturandinnen und Maturanden
An die Worte des Bildungsdirektors an unserer Maturafeier kann ich mich nicht mehr erinnern. An das habe ich mich bei der Vorbereitung auf meine diesjährige Maturarede erinnert.
Ein Pfarrer hat mir einmal verraten, was das Geheimnis einer guten Predigt sei: «Erzähl eine Geschichte! Tell a story!»
Darum habe ich Ihnen diese Geschichte erzählt.
Und natürlich habe ich das nicht einfach wegen lustig gemacht … oder vielleicht doch – aber ganz bewusst.
Humor hat etwas Befreiendes.
«Humor ist, wenn man trotzdem lacht…» Das hat der Deutsche Dichter und Schriftsteller Julius Bierbaum vor über 100 Jahren im Vorwort zu seinem letzten Buch geschrieben…
…aus diesem Grund verstehen die Mächtigen von dieser Welt ja auch keinen Spass. Weil Humor etwas Befreiendes hat.
Und Humor macht uns in schwierigen Situationen immer wieder handlungsfähig.
Nicht umsonst heisst es im Pfadfindergesetz: «Ein Pfadfinder überwindet Schwierigkeiten mit Humor.»
Besonders gehört dazu, dass wir immer wieder laut über uns selbst lachen. Nichts ist so befreiend wie ein herzhaftes «Ich Lööli!».
Das müssen Sie einfach einmal ausprobieren, wenn Sie das nächste Mal einen Seich machen: Ich Lööli! Nachher geht es Ihnen und Ihrem Umfeld schon wieder viel besser.
Kurz und bündig: «Ein bisschen Humor ist nie zu verachten» - ich glaube, dieses Zitat von Loriot ist ein guter Schlusspunkt für eine Maturarede.
Liebe Maturandinnen und Maturanden
Das wünsche ich Ihnen auf Ihrem weiteren Lebensweg von Herzen.
Machen Sie es gut, bleiben Sie engagiert … und passen Sie gut auf, mit wem Sie sich an Uni und ETH… für Ihre Partnerarbeiten zusammentun.
Alles Gute, viel Glück und Gesundheit auf Ihrem weiteren Weg.
Maturafeier Institut Montana Zugerberg, Grusswort Regierungsrat Stephan Schleiss, 19. Juni 2026
Sehr geehrter Herr Direktor
Sehr geehrte Eltern
Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer
Liebe Gäste
Und vor allem natürlich:
Liebe Maturandinnen und Maturanden
Eine gute Maturarede ist wie ein gutes Studium:
Man beginnt motiviert, zwischendurch muss man aufpassen, dass man den Faden nicht verliert – und am Schluss sind alle froh, wenn es nicht zu lange gedauert hat.
Ich verspreche Ihnen: Ich versuche den Faden nicht zu verlieren.
Ich freue mich ausserordentlich, dass ich heute bei Ihnen sein darf.
Vielen herzlichen Dank für diese Einladung. Ich bin ihr sehr, sehr gerne gefolgt.
Liebe Maturandinnen und Maturanden
Zuerst das Wichtigste:
Ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zur bestandenen Matura.
Sie haben es geschafft.
Ich darf Ihnen auch im Namen der ganzen Zuger Regierung zu diesem Erfolg gratulieren und Ihnen dessen besten Wünsche und Grüsse überbringen.
Der Regierungsrat ist stolz auf Sie und natürlich ist er auch stolz auf das dieses Jahr 100-jährige Montana.
Liebe Maturandinnen und Maturanden
Ganz egal, wie glücklich Sie über Ihren Abschluss sind, Ihre Eltern sind heute sicher noch ein bisschen glücklicher als Sie selbst.
So war es jedenfalls bei meinen Eltern.
Und Ihre Lehrerinnen und Lehrer sind vielleicht auch ein bisschen erleichtert.
So war es jedenfalls bei meinen Lehrerinnen und Lehrern.
Ja, liebe Eltern
Für Sie ist heute ein ganz besonderer Tag.
Sie haben begleitet, unterstützt, motiviert und organisiert, … und ganz zuletzt sicher auch mitgefiebert.
Heute ist auch Ihr Freudentag und Ihnen allen gebührt ein grosses Dankeschön.
Und selbstverständlich möchte ich es nicht unterlassen, auch der Schulleitung, den Lehrpersonen und allem Mitarbeitenden des Montanas ganz herzlich zu danken.
Geschätzte Damen und Herren
Wir alle wissen es: Dieser Freudentag ist nur teilweise ein Abschluss. Der heutige Tag ist auch ein Übergang. Ein Aufbruch.
Und da stehen Sie jetzt, liebe Maturandinnen und Maturanden: an einem Übergang.
Am Übergang ins Studium.
Ein Übergang ist immer etwas Besonderes: Man ist nicht mehr dort, wo man war – und noch nicht dort, wo man hinwill.
Der Vergleich mit einem Bahnhof ist gar nicht schlecht.
Man hat ein Ziel vor Augen.
Man sucht das richtige Gleis.
Und manchmal sitzt man trotz einem guten Reiseplan zuletzt doch im falschen Zug.
Aber ist ein falscher Zug wirkich ein Problem?
Haben Sie je wegen einem falschen Zug ihre ganzen Ferien abgebrochen?
Ich habe schon mehrere Nächte auf falschen Bahnhöfen verbracht, aber meine Ferien habe ich deswegen nicht abgebrochen.
Ein falscher Zug ist kein Problem.
Der Sinn des Lebens besteht darin, überhaupt einzusteigen.
Und wenn man merkt, dass es nicht passt: Dann steigt man wieder aus.
Das gilt auch fürs Studium: Wenn’s nicht passt, dann frisch und munter neuanfangen – einfach nicht aufhören.
Nid lugglah gwünnt, wie der Volksmund sagt. Das gilt auch für den Erfolg im Studium.
Liebe Maturandinnen und Maturanden
Ich möchte Ihnen heute keine lange Liste von Ratschlägen mitgeben.
Nur zwei Punkte. Ich weiss: Normalerweise haben Politiker immer drei Punkte. Ich habe zwei. Zwei kann man sich noch besser merken als drei.
Erster Gedanke: Bleiben Sie nicht auf der Tribüne des Lebens sitzen. Sie gehören in die Arena.
In der Arena wird geschwitzt. In der Arena macht man Fehler. In der Arena passiert etwas. In der Arena wird für die wichtigen Anliegen der Gesellschaft gekämpft.
Auf der Tribüne sitzen die kalten und furchtsamen Seelen, die weder Sieg noch Niederlage kennen. So hat das Teddy Roosevelt 1910 in seiner berühmten Rede «Citizenship in a Republic» sehr anschaulich beschrieben.
Also Tipp 1: Sie gehören in die Arena. Dort wo man schwitzt und Fehler macht spielt die Musik.
Mein zweiter Gedanke: Denken Sie daran, dass der Mensch seinen Aufstieg und sein Überleben der Tatsache verdankt, dass er ein soziales Wesen ist.
Der Mensch ist als soziales Wesen erfolgreich.
Der Jesuit Tobias Karcher wurde einmal in einem Interview, wann ihm seine grössten Fehler passiert seien.
Seine Antwort war: Die grössten Fehler sind mir immer passiert, wenn ich ein Problem alleine lösen wollte.
Daher mein zweiter Tipp: Es gibt immer Mitstreiterinnen und Mitstreiter.
Das gilt ganz besonders fürs Studium: Eine gute Lerngruppe ist das A und O für ein erfolgreiches Studium.
Freunde. Familie. Verwandte, Kolleginnen und Kollegen: Auch diese Gruppe bleibt bei Ihnen – und freut sich darauf, Ihnen auch im nächsten Lebensabschnitt mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Also Tipp 2: In der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft werden Sie Ihre Erfüllung finden.
Liebe Maturandinnen und Maturanden
Ich wünsche Ihnen Mut, Freundschaften und immer wieder Momente, in denen Sie merken, dass Sie etwas bewegen können.
Und Sie werden etwas bewegen. Da bin ich mir ganz sicher.
In der Arena – und in der Gemeinschaft.
Ich wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute, viel Glück und Gesundheit.
Machen Sie es gut und machen Sie es gut.
Vielen Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
